Wann werden wir beim Autofahren nicht mehr aktiv eingreifen müssen? Wann wird uns unser Auto alleine von A nach B bringen? Hier eine kleine Übersicht.

Bei den Fahrzeugbauern haben sich fünf Level des automatisierten Fahrens durchgesetzt, wovon einige heute schon angewendet werden. 

Schalten und „arbeiten“ kann bald der Vergangenheit angehören. Im 1er Golf mit Sicherheit nicht.

LEVEL 1 – unterstütztes Fahren

Dabei hat der Fahrer noch die volle Kontrolle über sein Fahrzeug und kann sich aber in einigen Bereichen bereits helfen lassen. Als bestes Beispiel gilt hier der Tempomat oder der Abstandsregelautomat. Immer öfter werden in modernen Fahrzeugen auch der sogenannte Spurhalteassistenten (LKAS – Lane Keep Assistant System) verbaut. 

LEVEL 2 – Teilautomatisiertes Fahren

Auch auf diesem Level ist noch immer der Fahrer der Lenker eines Fahrzeuges. Aber bestimmte Aufgaben kann das Auto bereits selbst übernehmen. Am bekanntesten ist der Autobahn-Fahrmodus (Autopilot) von Tesla. Hierbei hält das Fahrzeug die Spur, bremst und beschleunigt, je nach Abstand zum Vorderfahrzeug und kann selbständig Überholvorgänge (nach Aufforderung durch den Fahrer) ausführen. Bei Mercedes heißt dieses System Distronic+. Der Fahrer darf dabei für kurze Zeit (ca. 30 Sekunden) auch seine Hände vom Lenkrad nehmen

In Österreich gibt es bereits einzelne Teststrecken, auf denen das BMVIT einzelnen Herstellern erlaubt hat, Fahrzeuge mit autonomem Fahren des Levels 2 zu testen. 

LEVEL 3 – Hochautomatisiertes Fahren 

Hierbei fährt das Fahrzeug bereits in einzelnen Umgebungen (Autobahnen, Parkhäusern) selbständig. Viele Fahrzeughersteller definieren auch die Bedingungen, unter welchen autonomes Fahren Level 3 angewendet werden darf. Der Fahrer darf dann beispielsweise Zeitung lesen und seine Aufmerksamkeit vom Straßenverkehr abwenden. Das Fahrzeug muss allerdings bei einer möglichen Gefahr den Lenker rechtzeitig darauf aufmerksam machen und es muss dem Fahrer möglich sein, wieder Kontrolle zu übernehmen. 

In Deutschland wurden für diesen Level ebenfalls schon Teststrecken genehmigt und Hersteller für Tests ermächtigt. 

Auch Volvo arbeitet bereits an einem autonomen Fahren. FOTO: VOLVO

LEVEL 4 – Vollautomatisiertes Fahren

Das Fahrzeug kann bestimmte Aufgaben wie zum Beispiel Fahren auf der Autobahn, Einparken etc. bereits selbständig ausführen. Der Lenker wird zum Passagier und kann sich anderen Aufgaben wie zum Beispiel dem Beantworten von E-Mails, SMS-Schreiben oder sogar schlafen widmen. Das Fahrzeug ist so programmiert, dass es problematische Verkehrssituationen rechtzeitig erkennt und entsprechend selbständig korrigiert. 

Es gibt aber noch ein Lenkrad und Pedale, sodass der Fahrer jederzeit wieder selbst eingreifen und die Kontrolle übernehmen kann. 

Große Konzerne wie Apple, Google, Uber haben bereits Fahrzeuge im Betrieb, die im Level 4 Daten sammeln. Im Silicon Valley sind bereits mehr als 1600 solcher Fahrzeuge (Stand: Jänner 2019) unterwegs. Diese Fahrzeuge können bereits automatisiert fahren, es sitzt allerdings in den meisten Fällen noch ein Fahrer an Bord.

LEVEL 5 – Autonomes Fahren

Hier fährt das Fahrzeug komplett selbständig. Es gibt keinen Fahrer – wie wir in heute kennen und definieren – mehr. Es ist auch nicht der Fahrer im Falle eines Unfalls schuld, sondern das Fahrzeug (die Versicherungsfrage wird sicherlich gelöst werden). Der Passagier kann sich mit allem anderen beschäftigen und gibt dem Fahrzeug nur mehr an, wo er hin möchte. 

Die Software für Level 5-Autos ist bereits vorhanden bzw. es werden im Silicon Valley derzeit massiv Daten gesammelt. Vor allem in den USA und China werden bereits Taxiflotten ausgerüstet und auch schon in Testumgebungen eingesetzt.

So fährt der Tesla Model S bereits autonom. Rechts wie der Computer das „Gesehene“ wahrnimmt.

Anmerkung:
In puncto autonomes Fahren haben die amerikanischen und chinesischen Autobauer eindeutig die Nase vorne. Elon Musk, der Gründer von Tesla, hat sämtlich Patente seines Unternehmens kürzlich freigegeben, wodurch sich die Entwicklung noch einmal beschleunigen wird und möglicherweise sogar ein Standard geschaffen wird. 
Die deutsche Autoindustrie und auch der ADAC sind der Meinung, dass autonomes Fahren nicht vor 2040 serienreif sein wird. 
Sobald autonomes Fahren angekommen ist, werden viele Berufsbilder, wie Taxifahrer, LKW-Fahrer, FAHRSCHULEN aber auch verbundene Unternehmen wir Hersteller von Verkehrszeichen, Ampelanlagen massiv ändern. Man müsste die Vorbereitung auf diesen technischen Wandel jetzt beginnen. Leider hört man von Europas Industrie relativ wenig.